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| Professioneller Börsenhandel: Zusammenhänge erkennen, Verluste verkraften, Solide Gewinne machen
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Gute Gedanken, die Umsetzung hingegen..
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Professioneller Börsenhandel: Zusammenhänge erkennen, Verluste verkraften, Solide Gewinne machen (Gebundene Ausgabe) Nachdem ich die bisherigen Bewertungen gelesen hatte, wusste ich bereits, dass dieses Buch (so wie komischerweise viele Tradingbücher) polarisiert. Die Einen ziehen offenbar große Weisheit daraus, während dem Rest nichts anderes übrig bleibt, als dem sinnlos ausgegebenen Geld nachzutrauern. Schauen wir uns stellvertretend Bücher von Schäfermeier an. Von Müller. Von Vogt. Und allen voran Vittner. Überall das selbe Drama.
Worum geht es bzw. was wird in diesem Buch beschrieben? Markttechnik soll hier die Grundlage des Handeln sein, welche den Trendaufbau und die Frage weshalb nach einer Positionseröffnung weitere Orders in den Markt gestellt werden sollten, zur Grundlage hat. Soweit in einem Satz der Inhalt. Das Buch von E. Cene ist m.E. als Einführungsband in die Materie für Anfänger sicherlich gut geeignet. Für mich stellt sich jedoch die Frage, in wie weit dies tatsächlich aber etwas Neues ist oder ob hier nur alter Wein in neuen Schläuchen aufgetischt wird. Aber wahrscheinlich kommt es bei Büchern dieser Art einfach darauf an wie viele desselben Themas man bereits gelesen hat. Das erste begeistert einen, weil alles noch neu ist und je mehr man davon liest, umso mehr hat man den Eindruck: "also was neues erzählt der ja jetzt nicht".
Aber wie gesagt das Buch ist keinesfalls das schlechteste Tradingbuch am Markt. Inhaltlich setzt der Autor klare Prioritäten: Wichtig ist ihm die Kursrechnung und das Thema Umgang mit Verlusten. So besticht das Buch durch Bemühungen des Autoren um Transparenz in der Vermittlung des ersteren Punktes. Hier sagt der Autor worauf es ankommt und worauf nicht. Dies sollte Cene auch leicht fallen, weist sein beruflichen Wertegang doch auf einst langjähriger Erfahrung in diesem Punkt zu. Worin bemüht sich Erdal Cene noch? Denkfehler, die wir als Trader machen, weil wir nur unsere eigene Perspektive kennen. Denkfehler, die entstehen, weil das, was wir für wahrscheinlich halten, meistens nichts mit logischen Wahrscheinlichkeiten zu tun hat. Denkfehler, die wir machen, weil wir einfach denken, wir wüssten, wie der Hase läuft - statt genau hinzusehen. Denkfehler, die gar nicht darauf beruhen, dass wir denken, sondern auf Bauchentscheidungen, usw... Bei all den vorgebrachten Informationen ist das Schöne, dass es Denkfehler sind, bei denen man sich unbedingt an die eigene Nase fassen muss, und das all diese Punkt inhaltlicher Art wichtig sind, bleibt unumstritten.
Umstritten bleibt jedoch, das die Buchseiten wirklich seltsame Satzkonstruktionen aufweisen und so viel zu viele Seite dem Schreibstil nächtelangen kopierten Gemeinplätze von Psychologieausführungen ähneln. Umstritten bleibt für mich auch, wieso dieses Buch der konkreten Handelstaktik verhältnismäßig!wenig Seiten widmet. Umstritten bleibt für mich auch, wieso in diesem Buch das Wort Markttechnik zwar vorkommt, dann aber beispielsweise die Grundlegenden Begriffe Bewegung und Korrekturen durch Progression und Regression ersetzt werden. Hallo?! Vielen Leser bewusst ist doch bewusst, das es bereits ein Werk über die Markttechnik gibt. Wieso dann so ein Durcheinander, insbesondere im Hinblick darauf, das Voigts Buchform (Fachbuch + Roman) im Ansatz andererseits wieder Verwendung fand. Konkret rede ich von dieser Lehrer/Schüler Sichtweise? Unumstritten bleibt das beide Marktechnik Werke von Vogt und von Cene offensichtlich untereinander keine "Konkurrenz" darstellen. Laut Internet führten beide Autoren sogar gemeinsame Seminare durch und halten beieinander hohe Stücke.
Stilistisch empfand ich das Buch als zerfahren, und sprachlich als bemüht gehoben und hölzern. Der Autor neigt dazu inhaltlich redundant zu schreiben, so dass Inhalte vergangener Kapitel später wieder auftauchen. Eine Vernetzung von Wissen aus vorangegangenen Kapiteln scheint bei einem Fachbuch zwar sinnvoll, aber ob deshalb so oft wiederholt werden muss, ist fraglich. Letztendlich schadet es dem Laien nicht, sondern eröffnet ihm die Möglichkeit, sich mit integrierten Wiederholungen in den Stoff einzuarbeiten. Den Fortgeschrittenen dürfte es eher nerven. Ebenso empfand ich die vielen, teils auf Krampf gesuchten Analogien schwer zu lesen und allemal sehr wenig authentisch.
Mein Fazit lautet: Der Gedanke des Buches ist gut. Seine eigenen Gedanken zu verändern um damit sein Handeln und Leben als Trader mit zu beeinflussen. Die Weise in der das Buch geschrieben ist finde ich jedoch m.E. nicht gelungen. Konkretere Handelsdetails/verhalten in markttechnischen Ausnahmesituationen! und praktischere Tipps den Handel betreffend, ohne Anlehnung an idealisierten Charts vermisse ich. Ich schließe mich damit dem Hinweis einer rückliegenden Rezension an.
Nachdenklich finde ich auch, das Herr Cene ein Buch über den professionellen und erfolgreichen Handel schreibt, selbst aber seit geraumer Zeit wieder bei uns an der verstaubten Börse sein Dasein mit kleinem Salär fristet. Müsste er doch nicht, oder ...?
Insgesamt erhält dieses Buch in der Bewertung 3 von 5 Sterne.
Eine abschließende Bitte: Liebe pseudo"Fan"gemeinde kommentiert bitte nicht sofort meine Aussage. Das ist Lächerlich! Das hier ist kein Forum. Zum anderen wird eines dadurch um so deutlicher: Es ist bei diesem und vielen anderen Tradingbücher einmal mehr zubedenken das schon seit Jahren Leser beklagen dass das Amazon-Rezensionssystem bei Finanzbüchern mißbraucht wird, indem durch gefälschte positive Kundenrezensionen bestimmte Fachbücher promotet und/oder durch negative Rezensionen konkurrierende Autoren gezielt in Mißkredit gebracht werden. Ausmaß und Stoßrichtung dieser Pseudo-Rezensionen lassen schnell erkennen, dass es sich hier um regelrechte Kampagnen handelt.
Und auch bei diesem Buch von Cene fällt auf, dass etwas mit den Kundenrezensionen bei Amazon nicht stimmt. Selbst bei arglosen Lesern regt sich der Verdacht, dieser oder jener Rezensent ist gar kein echter Leser, seine Identität vorgetäuscht und seine Empfehlung gezielte Manipulation (Kaum eine andere Buchgenre weist so viele Kommentare und hitzige Diskussionen auf! Furchtbar! Andere Bücher sind seit Jahren am Markt und haben keine fünf Rezensionen. Cene Buch hingegen binnen weniger Wochen bereits 20!)
Die Frage, wer hinter der Kampagne steckt, ist aber nur zweitrangig. Und der Befund, dass es sich um bei dem Genre "Trading" um einen bizarren Ausnahmefall handelt, rührt auch nichts an dem Kern der Sache. Denn das eigentliche Problem sind nicht die Nutzer des Amazon-Rezensionssystems (unter denen es immer fehlgeleitete geben wird), das eigentliche Problem ist dessen leichte Missbräuchlichkeit. Jeder Berufene und Unberufene, und auch der Verlag und Autor kann mehr oder weniger ungehindert bei Amazon veröffentlichen, was er will, ohne sich irgendwie ausweisen oder verantworten zu müssen. Das erleichtert natürlich das Entstehen von kostenlosem Content, der die Handelsplattform Amazon attraktiv macht. Es erleichtert aber auch den Missbrauch, der am Ende zur Selbstzerstörung des Leserstimmen-Tools führen wird: Niemand glaubt mehr, was bei Amazon als Kundenmeinung veröffentlicht wird, und kein "echter" Leser wird sich mehr daran beteiligen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. April 2012 | | |
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